Musikuz – Musik, die Kunst des Zusammenlebens

wurde im Januar 2003 als nicht-rechtsfähige Stiftung für gemeinnützige Jugendhilfe, Bildung, Kultur und mildtätige Zwecke gegründet. Die Konzepte beruhen auf Erkenntnissen aus Musikwissenschaft, Säuglings-, Psychotherapie- und Hirn-Forschung. Berücksichtigt wird die veränderte Lebenssituation von Kindern heute und deren Auswirkungen sowie Zusammenhänge zwischen Bindung und Bildung. Neue Erfahrungen müssen unter die Haut gehen und auch wiederholt werden. Dabei helfen Angebote aus den Bereichen Musiktherapie und Gewaltprävention, wie auch weitere therapeutische, pädagogische und künstlerische Inhalte. Improvisation spielt eine entscheidende Rolle und bietet den Schülern und Schülerinnen die Chance zum Glück, sich selbst zu entdecken – neue Fähigkeiten, Zuversicht, Neues zu wagen, ungewohnte Situationen zu meistern.

Was ist uns wichtig…

Integration

aller Schüler in die Klassengemeinschaft. Das Gefühl, ausgegrenzt zu sein, ist einer der höchsten Stressoren und wird auch als „psychische Folter“ bezeichnet

Beziehung und Bindung

Unsere Projekte fördern positive Beziehungen der Schüler zueinander, die Beziehungen zwischen Schülern und Lehrern, aber auch die Beziehungen der Schüler zu sich selbst. Auch Bindungsprozesse sind eine wichtige Voraussetzung für eine unterstützende Begleitung im schulischen Alltag. Dies ist mit dem Slogan „Keine Bildung ohne Bindung“ heute eine anerkannte These

Emotionale Regulation

Die Fähigkeit, mit Frustration, Unsicherheit, Ängsten – was sich in psychosomatischen Beschwerden ausdrücken kann – umgehen zu können, ist abhängig vom emotionalen Klima in der persönlichen Umgebung. Eine anerkennende Umgebung ist auch entscheidend für Leistungsfähigkeit, denn „Angst essen Leistung auf… „ (Hüther) – dem wollen wir entgegen wirken

Empathie

Hier unterschieden wir zwischen der kognitiven Empathie und der emotionalen oder affektiven Empathie. Kognitive Empathie kann durchaus bei Mobbing eine Rolle spielen. Man erkennt die Schwachstellen des Opfers und nützt d aus. Emotionale oder affektive Empathie ist Resonanz, bei der Netzwerke aktiviert werden, die auch den eigenen Gefühlen zugrunde liegen. Das ist dann wirkliches Mitfühlen, es kommt zu einer assoziierten körperlichen Reaktion ( engl. embodied cognition.)

Improvisation

Im musiktherapeutischen Setting spielt Improvisation eine entscheidende Rolle. Der Umgang mit dem „Unvorhergesehenen“ erfordert eine persönliche Antwort, die immer wieder neu gefunden werden muss – dies fördert psychische Flexibilität.
Improvisations-Erfahrungen werden in einem Bereich des Gehirns gespeichert, das mit körperlichem Erleben assoziiert ist. Dies ist auch der Ort, der bei „affektiver Empathie“ aktiv wird.
Ein weiterer entscheidender Aspekt sind Synchronisationserfahrungen, die ein Gefühl tiefer Verbundenheit bewirken. Diese Erfahrungen entsprechen „flow“-Erlebnissen, man ist auf derselben Wellenlänge und alles geht „wie von selbst“…

Potentialentwicklung und Selbstwertstärkung

In den Projekten entdecken Schüler und Schülerinnen Fähigkeiten, die ihnen neu und überraschend erscheinen. Sie werden mutiger und „gehen aus sich heraus“; sie bringen sich in der Team-Arbeit aktiver ein, machen Erfahrungen mit verschiedenen Rollen und sind von sich selbst überrascht: … „so kenne ich mich ja gar nicht…“ oft sind es wirkliche Glückserfahrungen.

Musterbrecher

Das Gehirn handelt ökonomisch, wenn es bekannte Wege bevorzugt. Um neue Erfahrungen und eine erweiterte Wahrnehmungsfähigkeit zu implementieren, bedarf es Erfahrungen, die „unter die Haut gehen“ (Hüther). Solche Erlebnisse sind mit Irritation, Unsicherheit, Ängsten und manchmal mit Scham verbunden. In einem Klima von Respekt und Vertrautheit lassen sich solche Schritte leichter machen. Diese neuen Erfahrungen müssen aber wiederholt werden, damit sich neue Wege (Muster) bahnen können.

Nachhaltigkeit

Unsere Projekte sind immer auf einen längeren Zeitraum von mindestens 1 Jahr angelegt. Durch die positive Veränderung im Klassenklima und die vertrauten Beziehungen mit den Trainern und Trainerinnen verändern sich die Schüler und Schülerinnen – dies bewirkt tiefgreifende Veränderungen im impliziten Gedächtnis.
Diese Prozesse sind die Basis für gewachsenes Selbstbewusstsein und einen veränderten Blick auf die Welt und die persönliche Zukunft. Es sind die Voraussetzungen für eine nachhaltige persönliche Entwicklung.

Anlass für die Gründung der Stiftung war der Amoklauf von Erfurt 2002.

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